Warum Latein NICHT die richtige Fremdsprache für Lernende mit LRS ist

Experten sind sich weitgehend darüber einig, dass eine Vielzahl der lese-rechtschreib-schwachen Menschen oft überdurchschnittlich hohe Kompetenzen im Bereich Rechnen oder auch Logik zeigen. Wenn es dann um die Wahl der zweiten Fremdsprache (oft nach Englisch) geht und zwischen Französisch, Latein oder Spanisch entschieden werden muss, wird oft – leider über den Kopf des Kindes hinaus – für Latein optiert. Die Gründe: Latein wird nicht gesprochen, sondern eher logisch anhand von Texten und den verschiedensten Konjugationen und Deklinationen analysiert.

Die Crux mit den Endungen

Dass lese-rechtschreib-schwache Kinder dadurch aber einen Vorteil beim Lernen von Latein haben, ist ein gefährlicher Trugschluss. Mehr lesen »

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Förderung lese-rechtschreibschwacher Kinder mit moderner Technologie

Soeben habe ich eine beeindruckende Technologie gesehen, die ich gerne mit Ihnen teilen möchte. Und ich denke, sie ist sogar im Unterricht und der Legasthenieförderung bei älteren Legasthenikern gut einsetzbar:

Die Firma Livescribe hat bereits vor einigen Monaten seinen elektronischen Stift vorgestellt: Dieser merkt sich nicht nur, was geschrieben und im entsprechenden Zusammenhang gesagt wird, sondern ermöglicht auch die Nutzung verschiedenster kleiner Programme, für die man sich selbst auf Papier seine Benutzeroberfläche zeichnen kann. Das mag zunächst kompliziert klingen – im Video von Robert Scoble (siehe unten) wird dies aber auf beeindruckende Weise demonstriert.

Für Legastheniker sehe ich die Chance insbesondere darin, dass sie bei Unterrichts-/Vorlesungsmitschriften sowohl gleichzeitig Stichworte aufschreiben als auch ihre eigene oder die Stimme der Lehrerin/des Lehrers gleichzeitig speichern können. Dies ermöglicht ihnen zuhause eine einfache Wiederholung – anhand ihrer eigenen Notizen unterstützt durch den auditiven Kanal. Die immensen Möglichkeiten, die in dieser Technologie stecken, lassen sich nur erahnen.

Kennt jemand dieses Gerät bzw. hat es sogar schon ausprobiert und mag hier einige Erfahrungen teilen?

Zur vollen Offenlegung: Ich habe weder eine geschäftliche Verbindung noch sonstige Interessen in Zusammenhang mit der Firma Livescribe. Dieses Posting dient lediglich der Vorstellung einer in meinen Augen innovativen Idee.

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Dislecksia: The Movie

Ein amerikanisches Filmstudio hat eine Dokumentation rund um Legasthenie (Dyslexie) produziert unter der Regie des Emmy-Gewinners Harvey Hubbell V, der selbst legasthen ist. Obwohl die Dokumentation humorvoll angelegt ist, zeigt sie dennoch, wie dramatisch die Schulbildung negative Auswirkungen auf Legasthenie/LRS hat. In der Doku werden einige berühmte Legastheniker interviewt und deren Probleme dargelegt.

Eine europäische Bezugsquelle für den Film konnte ich bisher nicht ausfindig machen – einstweilen hier aber ein ausführlicher, 5-minütiger Trailer zum Film, der einige Einblicke gibt:

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15 Vorträge des World Dyslexia Forum

Auf  dem im Februar 2010 bei der UNESCO in Paris veranstalteten World Dyslexia Forum sprachen viele, höchst interessante und bemerkenswerte Forscher, die sich mit Legasthenie und LRS aus verschiedensten Disziplinen und von verschiedensten Herangehensweisen beschäftigen. Veranstalter war die Organisation Dyslexia International mit Sitz in Brüssel.

Alle Vorträge können online angeschaut werden. Besonders hervorzuheben seien hierbei die Präsentationen von Prof. Stein zu seiner Magnozellulären Theorie der Legasthenie sowie der Vortag von Dr. Duncan Milne, “Teaching the Brain to Read”.

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Leseförderung mit Paired Reading

Paarweises Lesen (in der englischen Fachliteratur unter Paired Reading zu finden) scheint eine effektive Möglichkeit zu sein, bereits junge Leserinnen und Leser gemeinsam mit ihren Eltern zu mehr Lesekompetenz zu verhelfen. Studien der Universität in Kent zufolge sollen bereits 15 Minuten Paired Reading pro Tag die Lesegeschwindigkeit und -flüssigkeit verbessern (Shaywitz 2003).

Die Vorgehensweise dabei ist wie folgt:

  1. Mutter oder Vater und Kind suchen sich ein dem Alter des Kindes angemessenes Buch aus. Dazu eignen sich Kinderbücher aber auch Gedichte, Kurzgeschichten oder kleine Berichte.
  2. Der Elternteil liest die Geschichte zunächst langsam und laut vor – das Kind versucht, anhand der wichtigsten Schlagwörter im Text, das Lesen der Mutter oder des Vaters zu verfolgen und den Text inhaltlich zu verstehen.
  3. Nun lesen Mutter/Vater und Kind den Text ein- oder zweimal gemeinsam langsam und laut.
  4. Zuletzt liest das Kind den Text alleine laut vor.

Die Zeitspanne von 15 Minuten pro Tag sollte – vor allem zu Beginn eines derartigen Trainings – nicht überschritten  werden. Die Aufmerksamkeit – gerade bei legasthenen/lese-rechtschreibschwachen Kindern – lässt schneller nach als bei anderen Kindern. (Auch für junge Englischlerner gibt es übrigens “Lesestoff” von Penguin Readers auf dem Level “Easystarts”, die auch meist über deutsche Buchhandlungen bestellt werden können. Hier der Link zum Katalog.)

Klicpera/Gasteiger-Klicpera und Schabmann (2007, S. 116) empfehlen im Zusammenhang mit Paired Reading ebenfalls, dass die Eltern mit dem Kind ein Signal (z.B. ein Klopfen mit dem Finger auf den Tisch) abmachen: So kann das Kind beim alleinigen Vorlesen auf Fehler aufmerksam gemacht werden, ohne dass der Lesefluss grob unterbrochen wird. In diesem Zusammenhang wird auch darauf hingewiesen, dass die Eltern im Rahmen dieser Methode bewusst viel loben sollten: “Die Eltern sorgen in erster Linie dafür, dass den Kindern das Lesen Spaß macht.” (Klicpera/Gasteiger-Klicpera/Schabmann 2007, S. 116) Mehr lesen »

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LegaKids.net (Vorstellung)

In meine Empfehlungsliste hatte ich das Projekt LegaKids.net bereits aufgenommen – aber der unermüdliche Einsatz von Michael Kortländer und seinem Team muss meines Erachtens nach auch hier noch einmal separat gewürdigt werden.

Die Macher von LegaKids hatten bereits jahrelang die sinkende Lesekompetenz bei Schülerinnen und Schülern aufgrund von LRS, Legasthenie u.ä. beobachtet. Sie mussten sich darüber wundern, dass Wissenschaftler sich über die Ursachen und Politiker sich über Fördermöglichkeiten stritten und entschlossen sich dann, einen eigenen Weg zu gehen: LegaKids ist mittlerweile eine Anlaufstelle für betroffene Kinder, Eltern, Therapeuten und Lehrer und bietet umfangreiche Tipps, aktuelle Hintergrundinformationen und wunderbar gestaltetes Fördermaterial (z.B. den Lurs-Minimator oder Lesespiele).

Fast noch wichtiger als die ansprechend gestaltete Website empfinde ich die Öffentlichkeitsarbeit von Herrn Kortländer und seinem Team, da diese unermüdlich (und vor allem auch nicht-profitorientiert) immer wieder neue, wichtige Aktionen (z.B. die groß angelegte Lehrerumfrage) auf die Beine stellen und somit die breite Masse für Lese-Rechtschreibschwierigkeiten sensibilisieren. Von dieser Stelle ein großes Lob!

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  • Dieser Blog beschäftigt sich mit der Förderung legasthener oder lese-rechtschreib-schwacher Englischlerner. Hier sollen Lösungen für LRS-Schüler/innen und deren Trainer/innen und Lehrkräfte vorgestellt und diskutiert werden.