Vorstellung: “Wege durch den Dschungel der englischen Rechtschreibung”

Der Verlag Lernspielkiste und Legasthenietrainerin Ute Kopanitsak haben ein “etwas anderes Vokabelheft” herausgebracht: Es ist aufgeteilt nach 5 sogenannten Schubladen (Konsonanten, Vokale, Diphtonge, Besonderheiten und Grammatik), in die lese-rechtschreibschwache und legasthene Kinder die Vokabeln, die sie in der Schule lernen, eintragen und ergänzen können. Dadurch wird erreicht, dass die Kinder ihren Wortschatz nach Rechtschreibbesonderheiten vorstrukturieren und damit einen höheren Lerneffekt erreichen. Bei regelmäßiger Führung des als Ringbuchordners verfügbaren Heftes können sogar dann systematisch regelmäßige Schreibweisen erkannt und verinnerlicht werden.

Die Autorin selbst versteht die Publikation als “Arbeitshilfe”. Das Buch eignet sich demnach insbesondere auch für Legasthenietrainer und Therapeuten, da die Einträge, die das Kind macht, unbedingt kontrolliert und besprochen werden sollten.

Eine sehr praktische Ergänzung für legasthene Englischlerner!

Weitere Infos: Bestellmöglichkeit, Leseprobe (16 Seiten, PDF), Rezension von Lars-Michael Lehmann

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Die Bedingungen für Lehrer und Kinder mit Lernproblemen sind mangelhaft

Das Projekt LegaKids.net von Michael Kortländer hat im vergangenen Jahr eine umfassende Umfrage unter Lehrkräften durchgeführt. Ziel war es herauszufinden, wie die Situation von lese-rechtschreibschwachen Schülern tatsächlich ist und wie Lehrkräfte mit dieser Situation umgehen. Das große positive Ergebnis dieser Umfrage ist sicherlich, dass über 500 Lehrkräfte an der Umfrage teilgenommen haben. Die erschreckende negative Message ist jedoch eine andere – ich zitiere aus der Pressemeldung:

“Knapp 75% (n 489) der befragten Deutschlehrkräfte sagen: Es entspricht der Realität, dass der Prozentsatz der Kinder steigt, die in der Schule nur eine unzureichende Lesekompetenz erreichen. Und 60% sind der Meinung: Es entspricht es der Realität, dass mehr und mehr Kinder als gestört, krank oder behindert eingestuft werden und ihre Schwierigkeiten aus dem schulischen Aufgabenbereich ausgegliedert werden.”

Kortländer und die befragten Lehrkräfte kritisieren mit Recht, dass Lehramtsstudenten nur unzureichend auf diese dramatische Tendenz vorbereitet werden. Auch sind die Bedingungen für Förderunterricht in der Schule kaum gegeben oder es werden (so auch meine persönliche Erfahrung) unter dem Deckmantel “Lese-/Rechtschreib-Förderung” lediglich Hausaufgabenbetreuung und Nachmittagsbespaßung angeboten.

Die Politik jedes einzelnen Bundeslandes muss die Weichen stellen, dass Lesekompetenz nicht unter dem irrsinnigen Kompetenzorientierungs-blabla eingeht, sondern gezielt in Schulen unterstützt und gefördert werden kann. Ansonsten bilden wir nach und nach bald nur noch funktionale Analphabeten aus, die dank einer Stärkung kreativ-kompetenzorientieren Unterrichts keinen geraden Satz mehr schreiben können. Mehr lesen »

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Zwei Erkenntnisse zu Lehrkraft & Pensum eines LRS-Fördertrainings

Bei der Recherche zu einer Studie bin ich gerade auf zwei interessante Aspekte gestoßen, die ich gerne mit Ihnen teilen möchte.

1. Die wichtige Rolle der Förderlehrkraft

Als man seinerzeit in den 80er (!) Jahren verschiedene Legasthenie/LRS-Förderansätze im englischen Sprachraum testete, war man sich schon im Klaren darüber, dass eine Förderung von legasthenen/lese-rechtschreibschwachen Kindern in möglichst kleinen Gruppen – am besten in 1:1-Sitzungen – stattfinden sollte. Diese 1:1-Situation birgt allerdings das Risiko, dass Kind oder Lehrkraft unter Umständen keinen Zugang zueinander finden, dass kein “Rapport” aufgebaut werden kann, der die Voraussetzung für eine erfolgreiche Förderung wäre. Auch Sie werden sicherlich denken, dass dies doch ganz normal sei – der Überzeugung war ich auch. Allerdings wird diese Grundvoraussetzung erfolgreicher Förderung und Lernens an vielerlei anderen Stellen gar nicht erst erwähnt oder gar in Betracht genommen. Kann es sein, dass manche Förderansätze nur so gut funktionieren, da eine besonders sympatische, einfühlsame Person die Förderung übernahm? Kann es im Umkehrschluss genau so sein, dass eine Methode der statistischen Evaluation nach versagte, nur weil die “falschen” Lehrkräfte zur Durchführung eingesetzt wurden? Mehr lesen »

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Warum Standardisierung für Bildung gefährlich war/ist

Sir Ken Robinson gilt als Vordenker moderner Bildung. Seine Vorträge und Bücher erreichen Millionen Menschen. Wenn man sich jedoch manche Thesen der Bildungslandschaft anschaut, erreichen sie anscheinend noch nicht genug. Er plädiert unter anderem für ein Umdenken, was Standardisierung im Bildungsbereich angeht.

Dies wird sehr schön illustriert in diesem Video, welches auf Basis einer einer Vorträge erstellt wurde. Unbedingt sehenswert!

(Danke für den Tipp an unsere “Schule sorglos”-Kursleiterin Ellinor Sulzenbacher aus Österreich)

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Empfehlenswerte Bücher für leseschwache Englisch-Anfänger

Um das Lesen zu Fördern bietet sich logischerweise oft einfach – aufgrund des Übungseffekts – Lesen an. Dass dabei paarweises Lesen von Kind und Eltern eine gute Möglichkeit insbesondere für lese-rechtschreibschwache Kinder darstellt, habe ich bereits an anderer Stelle erwähnt. Auf den Artikel habe ich viele Anfragen von Eltern bekommen, welche Bücher man denn lesen solle – deutsche Kinderbücher gebe es ja zuhauf, englische Texte seien oftmals eben nur im jeweiligen Schulbuch zu finden und letzteres sei nur selten motivierend für die Kinder.

Für die Kleinen (bis 4./5. Klasse)

Für Grundschüler empfehle ich generell Bilderbücher, die wenig bis gar keinen Text enthalten, dafür aber dem Kind erlauben, sein Wissen über englische Begriffe einzubringen. Mit etwas englischem Grundwissen können Eltern auf einen Baum zeigen und ihre Kinder fragen: “What’s this?” – “(A) tree.” Dies stimuliert und trainiert den Wortschatz und assoziiert direkt eine visuelle Darstellung mit der Vokabel. Klappt dies bereits sehr gut, kann die Schreibung einzelner Wörter geübt werden – am besten natürlich in kreativer Form wie dem Malen eines Bildes und Ergänzens der Wörter. Mehr lesen »

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Das Chaos der englischen Aussprache

Der in der englischen Sprache oft problematische Zusammenhang zwischen Graphem (also der geschriebenen Form) und Phonem (der ausgesprochenen Form) wird uns hier im Blog noch häufiger beschäftigen. Über Markus Brendel fand ich das folgende Gedicht – vorgetragen von einer amerikanischen Muttersprachlerin -, das genau die Unregelmäßigkeiten in der Aussprache bestimmter Wörter thematisiert.

Das komplette Gedicht finden Sie in Markus Brendels Blog.

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  • Dieser Blog beschäftigt sich mit der Förderung legasthener oder lese-rechtschreib-schwacher Englischlerner. Hier sollen Lösungen für LRS-Schüler/innen und deren Trainer/innen und Lehrkräfte vorgestellt und diskutiert werden.