Die beiden Bände LRS – Legasthenie in den Klassen 1-10 von Ingrid Naegele und Renate Valtin gelten als Standardwerke der deutschen LRS-Forschung. Im ersten Band, der mittlerweile in der 6. Auflage erschienen ist, stellen die Herausgeberinnen die theoretischen Grundlagen des aktuellen Forschungsstandes dar insbesondere zu Frühdiagnose und Förderung beim frühen Schriftspracherwerb. Durchaus kritisch und nachvollziehbar wird in diesem Zusammenhang auch die Diskussion um die Definitionen hinter den Konstrukten von Legasthenie und LRS gewürdigt. Im zweiten Band werden praktische Umsetzungsmöglichkeiten für Schule und (externen) Förderunterricht aufgezeigt, die von zahlreichen namhaften Wissenschaftlern (z.B. Gerheid Scheerer-Neumann, Barbara Gasteiger-Klicpera und Christian Klicpera, Peter May) erläutert werden.
Beide Bände bieten fundierte Grundlagen für interessierte Legasthenietrainer und besonders für Lehrkräfte, die sich näher mit Lese-Rechtschreibschwierigkeiten beschäftigen und Anhaltspunkte für Diagnose und Fördermöglichkeiten in ihrem Unterricht erhalten möchten.
Weitere Informationen: Inhaltsverzeichnis Band 1, Inhaltsverzeichnis Band 2, Bestellmöglichkeit beim Verlag
Eine gute Möglichkeit zum Training des Lesens (und Rechtschreibens) ist es, lese-rechtschreibschwachen Kindern bewusst Texte mit Rechtschreibfehlern (z.B. differenziert nach bestimmten Fehlerschwerpunkten) vorzulegen mit der Aufgabe, die Fehler zu finden. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass die Kids oft einen großen Ehrgeiz dabei aufbauen dann auch endlich mal “den Rotstift” einsetzen zu dürfen. Beachten Sie dabei aber bitte, dass diese Methode nur für Kinder geeignet sind, die bereits ein gewisses Abstraktionsvermögen für Fehler entwickelt haben, damit sich durch eine wiederholende Bearbeitung derselben Fehler diese nicht einschleifen.
Der amerikanische Arzt Edward D. Dolch stellte bereits in den 30er Jahren eine Liste von Wörtern zusammen, die im Englischen sehr häufig vorkommen, aber auch von Kindern ebenso häufig falsch geschrieben werden. Ein Teil dieser Wörter zeichnete sich auch dadurch aus, dass ihre Grapheme und Phoneme oft keine eindeutige Zuordnung erlauben (schwache Graphem-Phonem-Korrespondenz) und somit besonders bei lese-rechtschreibschwachen Kindern für Schwierigkeiten sorgen.


Video: ABC visualisiert
Ein wunderschön gemachtes Video, um das ABC zu lernen – leider auf Englisch, aber eine tolle Idee.
The Alphabet 2 from n9ve on Vimeo.
Tipp von Stephany Koujou auf Twitter