
Schema schulischer Integration
Die Medien, Blogs und Twitter sind dieser Tage voll mit Beiträgen zur Inklusion und debattieren damit, wie die UN-Konvention zur bildungstechnischen Gleichbehandlung Behinderter umgesetzt werden soll. Die aktuelle Ausgabe der Fachzeitschrift PRAXIS Fremdsprachenunterricht (Ausgabe ist sehr lesenswert!) zum Schwerpunkt Inklusion hat mich dazu gebracht, dieses Thema auch einmal aus der Perspektive Lese-Rechtschreibstörung/Legasthenie zu betrachten. Im Heft werden – und das auch berechtigterweise aufgrund zahlreicher Beeinträchtigungen und natürlich der aktuellen Debatte – auch Legasthenie und LRS als Inklusions-bedürftigt oder zumindest -beachtenswert dargestellt.
Wer etwas von mir gelesen hat, wird wissen, dass ich dem Legasthenie-Begriff an sich mittlerweile recht kritisch gegenüberstehe: Er pathologisiert und schiebt die Verantwortung für Schwierigkeiten beim Lesen und Rechtschreiben auf eine “vermeintliche” Krankheit. (Ich bevorzuge daher auch eher die Bezeichnung Lese-Rechtschreibschwierigkeiten.) Nun gibt es aber z.B. durch einzelne Verordnungen oder medizinische Diagnoseschlüssel eine klinische Kategorisierung einer Lese- und Rechtschreibstörung, weswegen auch diese nun in der Inklusionsdebatte zwangsläufig auftaucht. Aber: Brauchen wir Inklusion für Legastheniker, wenn wir davon ausgehen, dass diese mindestens genauso intelligent sind und entsprechende Leistungen in anderen Bereichen bringen können wie “normale” Schülerinnen und Schüler? Aus dieser Perspektive ist Inklusion für lese-rechtschreibschwache Kinder unnötig, vielleicht sogar in seiner Anlage und Denkweise falsch. Das würde Legastheniker zu behinderten Menschen machen! (Bitte den Vergleich nicht falsch verstehen – mir geht es um die Begrifflichkeiten und deren Ausprägungen.) Man sollte erwarten, dass Schriftsprachprobleme zwar (oft lösbare bzw. kompensierbare) Schwierigkeiten nach sich ziehen, aber dennoch nicht dazu führen, dass sonst gesunde Kinder auf Sonderschulen landen. Dieser (Stein-)Zeit sollten wir mittlerweile entwachsen sein. Mehr lesen
Wenn Sie die Kinder aus Ihrem Förderunterricht bereits an die grundlegende Arbeit mit Wörterbüchern herangeführt haben, ist diese Methode besonders für die Förderung in Fremdsprachen eine sinnvolle Übung.
Christina Cech-Melicher hat bereits hier auf dem Blog einen Gastbeitrag zum Thema “


Vorstellung: ADHS in der Schule (Lauth/Naumann)
Die Publikation ist das erste standardisierte und evaluierte Fortbildungsprogramm, das Lehrkräfte bei der Diagnose und der Integration von Fördermaßnahmen gegen ADHS und damit verbundene allgemeine Verhaltensauffälligkeiten schult. Die medikamentöse Herangehensweise kann durch die im Kurs vermittelten verhaltenstherapeutischen Methoden zunächst aufgeschoben oder gänzlich vermieden werden, was grundsätzlich als sehr positiv zu bewerten ist. Das Buch enthält neben dem gesamten Fortbildungsablauf mit Handreichungen für den Fortbildner auch zahlreiches Material mit Arbeitsblättern und Power-Point-Präsentationen auf der beiligenden CD-ROM.
Insgesamt ein höchst lohnenswertes Programm, das in Schulen integriert werden sollte!
Weitere Informationen: direkt beim Verlag bestellen, Inhaltsverzeichnis, Leseprobe